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Biographie von Elisabet Ney

Leben und Werk der Bildhauerin Elisabet Ney

1833–1858: Ausbildung und erste eigene Werke

26. Januar 1833
Geburt Elisabet Neys: voller Name Francisca Bernardina Wilhelmina Elisabetha Ney; Tochter des aus Lothringen stammenden Bildhauers Johann Adam Ney und der aus Werne gebürtigen Magd Elisabeth Wernze.

22. Juli 1850
Weihe der Pietà von Wilhelm Achtermann im Dom zu Münster: Wahrscheinlich durch die feierliche Aufstellung dieser Skulptur wird der angebliche Hungerstreik Elisabet Neys ausgelöst. Der münsterische Bischof Johann Georg Müller tritt als Vermittler zwischen ihr und den Eltern auf. Man einigt sich, dass Elisabet Ney nicht im protestantischen Berlin, sondern in das katholische München an der Kunstakademie studiert.

1852
Unterricht Elisabet Neys in München an der Privatschule des Historienmalers Johann Baptiste Berdellé

12. November 1852
Elisabet Ney wird an der Akademie der Künste in München aufgenommen; dort wird sie bis 1854 in der Klasse von Max von Widnmann unterrichtet. (Link zu Max von Widnmann http://www.senger-stiftung.de/fuer-max-von-widnmann.html)

1854
Beginn der Liebesbeziehung von Elisabet Ney und dem Medizinstudenten Edmund Montgomery in Heidelberg. Die beiden lernen sich im Haus von Hofrat Christian Kapp, dem Vater der Freundin Johanna, kennen.

29. Juli 1854
Die Akademie der Künste in München stellt der Bildhauerin Elisabet Ney ein sehr gutes Empfehlungsschreiben aus.

1854 (spätestens im Dezember)
Beginn des Aufenthaltes von Elisabet Ney in Berlin.

Dezember 1854/1855
Bekanntschaften mit Karl Varnhagen von Ense, Georg Reimer, dem schweizerischen Dichter Gottfried Keller sowie mit Bettina von Arnim und Joseph Joachim; außerdem verkehrt Elisabet Ney im Salon von Ludmilla Assing.

27. Januar 1855
Elisabet Ney erhält ein Stipendium für ein Jahr von der Akademie der Künste in Berlin aufgrund ihrer Skizze einer Kassandra. Im Vorfeld hatte der Senat abgelehnt, aufgrund einer von ihr eingereichten Skizze eines auferstandenen Christus ein Stipendium zu gewähren. Erst als sie unter Aufsicht erneut eine Statuette fertigt, bezeugt man ihr Talent in Entwurf und Ausführung.

15. Juli 1855
Elisabet Ney tritt in die Werkstatt von Christian Daniel Rauch in Berlin ein.

1. September bis 31. Oktober 1856
Elisabet Ney präsentiert in der Akademieausstellung in Berlin die Hermann Weiß-Büste und ein Grabrelief.

vor 1857
Elisabet Ney fertigt eine Büste Christian Daniel Rauchs.

1857
Freundschaft mit Cosima – Tochter von Franz Liszt und Gattin von Hans von Bülow und Richard Wagner. Weitere Bekanntschaften in Berlin: Richard Graf Du Moulin Eckart, Fräulein von Jasky, Franziska von Bülow, Ernst und Hedwig Dohm, Emma Herwegh.

18. März 1857
Elisabet Ney vollendet die Büste Karl Varnhagens von Ense, die Ludmilla Assing am 12. Januar 1859 nach dem Tod ihres Onkels der Herzogin Anna Amalia Bibliothek zu Weimar schenkt. Ein weiteres Exemplar mit der Datierung 13. Mai 1857 ist in der Staatsbibliothek Berlin erhalten.

1857/1858
Elisabet Ney übernimmt nach dem Tod von Christian Daniel Rauch (3. Dezember 1857) einige seiner Aufträge: die Büsten von Jacob Grimm und Eilhard Mitscherlich sowie ein Medaillon von Alexander von Humboldt.

1858
Elisabet Ney zeigt die Büste Jacob Grimms und den Hl. Sebastian auf der Akademieausstellung in Berlin.

1859–1870: Erfolgreiche Jahre in Europa

1859
Elisabet Ney fertigt ein Medaillon von Cosima von Bülow. Sie porträtiert Arthur Schopenhauer und fertigt eine Skulptur des Pudels von Schopenhauer.

1860
Anfertigung des ganzfigurigen Porträts von Elisabet Ney durch den Hofmaler zu Hannover Friedrich Kaulbach, das die Künstlerin mit ihrer kolossalen Büste von König Georg V. zeigt.
Elisabet Ney nimmt an der Akademieausstellung in Berlin mit den Büsten von König Georg V. von Hannover, Eilhard Mitscherlich, Arthur Schopenhauer sowie einer weiblichen Büste teil.

1860
Aufenthalt Elisabet Neys im Elternhaus in Münster sowie Einrichtung eines Ateliers in der Nähe am Bohlweg. Sie fertigt Porträtmedaillons ihres Vaters und ihrer Mutter (heute im Elisabet Ney Museum in Austin).

1861
Elisabet Ney stellt im Salon in Paris die Büsten Arthur Schopenhauers und Eilhard Mitscherlichs aus.

10. Januar 1861
Die Büsten von Jacob Grimm, Eilhard Mitscherlich und König Georg V. lässt Elisabet Ney aufgrund des Gesetzes über das künstlerische Eigentum (Copyright) als ihre Idee eintragen.

20. September 1861 und 3. Februar 1862
Die Verträge für die vier Statuen im Ständesaal der Westfälischen Provinzialversammlung zu Münster zwischen Elisabet Ney und der Ständischen Baukommission werden geschlossen.

Oktober 1861
Elisabet Ney ist an der Ausstellung des Westfälischen Kunstvereins zu Münster beteiligt: u. a. mit dem Modell für das Denkmal von Franz von Fürstenberg.

1862
Elisabet Ney nimmt an der Kunstausstellung in Köln teil: Hl. Sebastian, Büste Arthur Schopenhauers und das gemalte Porträt Elisabet Neys von Friedrich Kaulbach.

10. September 1862
Bekanntschaft Elisabet Neys mit dem Bonner Professor Hermann Hüffer im münsterischen Elternhaus, dem sie später ihre Büste von Franz von Fürstenberg schenkt.

Herbst 1862
Reise Elisabet Neys nach Heidelberg über Bonn; danach folgt ihr erster London-Aufenthalt, vermutlich Besuch der Londoner Weltausstellung (1. Mai bis 1. November 1862).

Ende 1862
In der Kölnischen Zeitung erscheint am 6. Oktober der Artikel von Hermann Hüffer über die „Vier Statuen der Elisabet Ney“, die gerade vollendet und im Ständesaal zu Münster platziert sind. Am 20. Dezember erscheint dann auch die Besprechung der Ständehausfiguren von Levin Schücking in der Leipziger „Illustrirten Zeitung“.

Februar 1863
Elisabet Ney fertigt die Büste von Hofrat Christian Kapp in Heidelberg. Auf der Rückreise trifft sie Hermann Hüffer in Linz am Rhein. Hüffer begleitet Elisabet Ney nach Köln. Von dort fährt Ney das zweite Mal nach London, um ihren Freund Edmund Montgomery zu besuchen: Erster Tuberkuloseanfall von Edmund Montgomery.

Ende August–9. September 1863
Aufenthalt Elisabet Neys in Münster

September/Oktober 1863
Dritter London-Aufenthalt Elisabet Neys

Ende Oktober 1863
Ankunft Elisabet Neys auf Madeira und Bezug der Villa auf Madeira gemeinsam mit Edmund Montgomery sowie des Ateliers ‚Formosa‘

7. November 1863
Heirat von Elisabet Ney und Edmund Montgomery, die auf Wunsch von Elisabet Ney nie gegenüber Dritten zugegeben wird. Sie bleibt weiterhin Fräulein Ney.

um 1864
Elisabet Ney führt die Genien-Gruppe Sursum aus.

Herbst 1864
Elisabet Ney nimmt an der Akademieausstellung in Berlin mit der Bronzestatuette Lord Brownlows teil.

1865
In Marmor führt Elisabet Ney eine Kinderbüste aus, die sich heute im Stadtmuseum Münster befindet.

1865
Elisabet Ney führt die Büste von Lady Marian Alford auf Madeira aus.

 

1865/1866
Die Büste von Edmund Montgomery wird in Marmor ausgeführt (Entwurf 1864/1865).

Mai 1865
Nach 18-monatigem Aufenthalt auf Madeira reisen Elisabet Ney und Edmund Montgomery nach Lissabon.

 

Mitte Mai 1865
Elisabet Ney setzt von Genua nach Caprera zu Giuseppe Garibaldi über und fertigt die Büste und eine Statuette des Revolutionärs.

Sommer 1865
Elisabet Ney hält sich in Berlin auf.

Herbst 1865
Elisabet Ney führt in Hannover nach dem Entwurf von 1860 eine weitere Marmorbüste von König Georg V. von Hannover aus.

Sommer 1866
Urlaub in Tirol, Schloss Kropfsberg am Inn: Bekanntschaft mit der zukünftigen Haushälterin Crescentia „Cencie“ Simath (Tochter eines Innsbrucker Buchbinders auf Schloss Kropfsberg)

Sommer 1866
Elisabet Ney arbeitet ihr Werk des gefesselten Prometheus aus.

Herbst 1866
Elisabet Ney führt die Marmorfassung der Genien-Gruppe Sursum aus.

Februar 1867
König Wilhelm I. von Preußen nimmt in Elisabet Neys Atelier in der Münzstraße in Berlin die im Entstehen begriffene Otto von Bismarck-Büste in Augenschein.

1. April bis 3. November 1867
Auf der Weltausstellung in Paris stellt Elisabet Ney die Büste Giuseppe Garibaldis, die Genien-Gruppe Sursum, die Statuetten von Lady Alford und Lord Brownlow sowie die Büste Otto von Bismarcks aus.

16. Mai 1867
Die Otto von Bismarck-Büste wird in einer Sitzung des Berliner Kunstvereins gezeigt.

Sommer 1867
Elisabet Ney hält sich in Hannover bei den Joachims auf und fertigt die Büsten von Joseph und Amalie Joachim.

19. August 1867
Elisabet Ney kommt in Münster an und bleibt bis Ende September. Dort entscheidet sie sich für München und gegen Berlin als Wohnort. Sie hofft, dass die Genien-Gruppe Sursum das Interesse von König Ludwig II. weckt.

November/Dezember 1867
Elisabet Ney tritt in den Münchner Kunstverein ein.

Dezember 1867
In Berlin wird der Verein für Künstlerinnen gegründet. Elisabet Ney nimmt an der ersten Ausstellung mit der Otto von Bismarck-Büste teil.

1868
Elisabet Ney porträtiert die beiden Chemiker Justus von Liebig und Friedrich Wöhler.

1868
Elisabet Ney reist nach Füssen, um Porträtsitzungen mit König Ludwig II. auf Hohenschwangau wahrzunehmen.

15. Februar 1868
Elisabet Ney berichtet von ihrem Studienleben bei Justus von Liebig, bei dem sie mit Begeisterung Vorlesungen in Chemie hört.

16. März 1868
Elisabet Ney erhält ein Atelier in der Münchner Residenz im Odysseussaal, das ihr König Ludwig II. zur Verfügung stellt.

Frühjahr 1868
Elisabet Ney arbeitet an dem Entwurf der Statue König Ludwigs II.

1. April 1868
Graf Georg von Werthern verwendet sich in einem Brief für den Ankauf einer Otto von Bismarck-Büste in Marmor von Elisabet Ney durch den preußischen König Wilhelm I.

Juli 1868
Elisabet Ney arbeitet in München an ihren Büsten-Aufträgen für die Neue Polytechnische Hochschule: Büsten Friedrich Wöhler und Justus von Liebig.
Sie erhält den Vertrag über die zwei Figuren (Hermes und Iris) für die Attika des nördlichen und südlichen Übergangbaues der Neuen Polytechnischen Hochschule in München.

10. November 1868
Edmund Montgomery ist in Florenz und begibt sich auf den Weg nach Rom, um sich dort als Arzt niederzulassen.

20. Januar 1869
Elisabet Ney schickt die Büsten von Georg von Werthern und Justus von Liebig an König Ludwig II. in der Hoffnung, ihn zu weiteren Porträtsitzungen zu bewegen.

26. Januar 1869
Kauf einer Villa mit Atelier in München, Schwabinger Grube 8, später Maria-Josefa-Straße 8

Februar/März 1869
Erneut finden Porträtsitzungen mit König Ludwig II. statt.

9. März 1869
Vertrag für die Statue König Ludwigs II. wird von Elisabet Ney unterzeichnet.

10. März 1869
Elisabet Ney kommt in Bozen an und trifft dort Edmund Montgomery und Professor Kleinschod; Weiterreise über Venedig und Florenz nach Rom.

Ende März/Mitte April 1869
Elisabet Ney betreut die Marmorausführung der Büste König Ludwigs II. während ihres Aufenthaltes in Rom.

21. April 1869
Elisabet Ney und Edmund Montgomery reisen nach Neapel und setzen von dort nach Alexandria über. Es schließt sich eine Nilfahrt an – danach setzen die beiden nach Athen über.

Juli 1869
Die erste Internationale Kunstausstellung findet im Königlichen Glaspalast in München statt; auch Elisabet Ney ist mit der Marmorbüste von König Ludwig II. beteiligt.

Ende 1869
Elisabet Ney fertigt ein Selbstbildnis, das sie einem modellierten Löwenrumpf aufsetzt.

1869/1870
Elisabet Ney modelliert das Standbild von König Ludwig II.

10. Dezember 1870
Elisabet Ney setzt den Special-Commisär für die Neue Polytechnische Hochschule zu München, Gottfried Neureuther, in einem Brief in Kenntnis, dass sie das Modell der Königsstatue nicht abgeben wird, da sie vertraglich dazu nicht verpflichtet ist und nur die Marmorfassung liefern muss.

Dezember 1870
Abreise Eisabet Neys aus München über Münster nach Bremen, um mit dem Schiff SS Main nach New York überzusetzen.

1871–1889: Neuanfang als Farmerin und Rückkehr zur Bildhauerei

1871–1874
Elisabet Ney hat das Gipsmodell der Königsstatue Ludwigs II. noch im Dezember 1870 außer Landes gebracht und in Berlin im Uhrsaal der Akademie der Künste ausstellen lassen. Über drei Jahre versucht der Special-Commisär Gottfried Neureuther erfolglos, Elisabet Ney dazu zu bewegen, die Ausführung des Gipsmodells der Statue König Ludwig II. in Marmor zu bewerkstelligen. Erst 1894 wird die Skulptur durch Franz Ochs in Marmor vollendet.

29. Januar 1871
Elisabet Ney kommt in New York an.

17. Februar 1871
Ankauf zweier Farmen in Thomasville/Georgia: Elisabet Neys Vorstellungen über eine Musterkoloniegründung in Amerika scheitern kurz darauf.

Sommer 1871
Elisabet Ney bringt ihren ersten Sohn Arthur in Thomasville/Georgia zur Welt.

10. Oktober 1872
Elisabet Neys zweiter Sohn Lorne wird in Red Wing/Minnesota geboren.

1873
Elisabet Neys Sohn Arthur stirbt.

4. März 1873
Ankauf der Liendo-Plantage bei Hempstead („Waller County“) in Texas und Umsiedlung der gesamten Familie.

Januar 1879
Elisabet Ney entwickelt eine Feldbahn. Das Patent wird durch einen Agenten in Paris angemeldet.

22. Oktober 1879
Elisabet Neys Vater, Johann Adam Ney, stirbt; ihre Mutter ist bereits am 5. Januar 1872 verstorben. Erbstreitigkeiten mit Elisabet Neys Bruder Friedrich folgen.

1882
Elisabet Ney porträtiert den Gouverneur von Texas Oran Roberts.

1886/1887
Elisabet Ney fertigt die Büste von ihrem 15-jährigen Sohn Lorne Montgomery, die unter dem Titel Junger Violinist bekannt ist.

1887
Elisabet Ney fertigt die Büsten von Julius Runge und seiner Frau Johanna sowie von Ashbel Smith.

1890–1907: Die zweite Bildhauer-Karriere in Texas

September 1890
Elisabet Ney veranstaltet eine Werkschau in Galveston und San Antonio/Texas.

1892
Elisabet Ney geht nach Austin, der Hauptstadt von Texas; Edmund Montgomery bleibt auf der Farm Liendo. Sie entwirft ihr Ateliergebäude im antiken Stil im Vorstadtgebiet „Hyde Park“ von Austin und lässt es in Stein errichten.

1893
Elisabet Ney lässt ihre Genien-Gruppe Sursum und die Otto von Bismarck-Büste aus München für die Weltausstellung nach Chicago versenden. Die Genien-Gruppe Sursum zerbricht beim Transport.

1893
Elisabet Ney fertigt eine Büste von Sam Houston sowohl als junger als auch als alter Mann.

1894
Gründung der „Association of the Texas Academy of the Liberal Arts“, die die Errichtung einer Kunstakademie verfolgt. Elisabet Ney wird die Präsidentin.

1894
Das Standbild Königs Ludwig II. in Marmor ist fertig, ausgeführt durch den Berliner Bildhauer Franz Ochs. Dieser hat die Ausfertigung in Marmor auf eigenes Risiko übernommen. Im Herbst wird das Werk auf der Internationalen Kunstausstellung in München gezeigt.

1895
Die Marmorstatue König Ludwig II. wird an den bayerischen Staat verkauft. Diese wird auf Königsschloss Linderhof aufgestellt.

3. September 1895
Elisabet Ney reist von New York über Hamburg nach Werne, Berlin und München.

1895/1896
Elisabet Ney fertigt bei ihrem Berlin-Aufenthalt eine Otto von Bismarck-Büste in Marmor, die Elisabeth Wentzel-Heckmann 1896 der Alten Nationalgalerie schenkt.

1896
Elisabet Ney fährt nach München und sucht ihren gefesselten Prometheus von 1866, der aus dem Odysseus-Saal der Residenz, ihrem früheren Atelier, verschwunden ist.

Juni 1896
Elisabet Ney reist nach Österreich und besucht Königin Marie von Hannover im Exil. Dort führt Elisabet Ney das Medaillon König Georgs V. aus und erhält dafür 310 Dollar.

8. September 1896
Elisabet Ney tritt die Rückreise nach Galveston/Texas an.

10. September 1896
Elisabet Ney hat in Berlin gehört, dass ein Reiterstandbild für Münster geplant wird. Aus diesem Grund wendet sie sich brieflich an Graf Friedrich von Landsberg-Velen und fragt, ob er etwas für sie in dieser Angelegenheit tun kann. Ney betont, dass die Ausführung des Franz von Fürstenberg-Denkmals auf dem Domhof in Münster nur eine leicht veränderte und schlechte Kopie ihrer Statue für das Ständehaus ist. Sie erinnert an die damalige Kritik, dass eine Frau keine männliche Persönlichkeit modellieren könne.

11. September 1896
Elisabet Ney fragt den Landeshauptmann Oberregierungsrat Overweg in Münster in einem Brief, ob ihre vier Gipsstatuen im Ständesaal des Westfälischen Provinziallandtages in Münster vor dem Abbruch des Gebäudes nicht in dauerhafteres Material übertragen werden könnten. Die Ausführung der Figuren in Marmor wird im April 1904 abgelehnt und münsterische Bildhauer mit der Ausführung in Baumberger Sandstein beauftragt.

1897
Elisabet Ney und Benedette Tobin streiten sich wegen der Rechte an der Stephen F. Austin-Statue; Grund ist die mögliche Aufstellung einer Austin-Statue in Marmor im Kapitol in Washington D.C. Es kommt zum Bruch der Freundschaft, da Ney gegen Tobin klagt. Ney erhält die Rechte am Modell der Austin-Statue und kann diese somit so oft vervielfältigen, wie sie es möchte.

1901
Elisabet Ney porträtiert den Senator Joseph B. Dibrell.

1901
Elisabet Ney unterzeichnet den Vertrag für die Ausführung der Statuen von Sam Houston und Stephen F. Austin in Marmor für das Kapitol in Austin und der Sam Houston-Statue für das Kapitol in Washington D.C.

1902–1904
Elisabet Ney erarbeitet ein Modell für das Grabmal von General Albert Sidney Johnston.

1902
Elisabet Ney unterzeichnet den Vertrag für die Fertigung der Stephen F. Austin-Statue für die National Statuary Hall im Kapitol in Washington D.C. Ney unterzeichnet den Vertrag für die Ausführung des Grabdenkmals von General Albert Sidney Johnston.

24. September 1902
Elisabet Ney und Edmund Montgomery reisen nach Deutschland. Die Bildhauerin fährt nach Berlin und überwacht die Ausführung der Statuen von Stephen F. Austin und Sam Houston sowie des Medaillons von Ella Dibrell und der Büste des Senators Joseph B. Dibrell in Marmor.

28. November 1902
Elisabet Ney tritt ihre Rückreise in die USA an.

1903
Elisabet Neys Studio ‚Formosa‘ in Austin wird umgestaltet und der Turm angebaut. Edmund Montgomery zieht zu Elisabet Ney nach Austin. Ihr Sohn Lorne übernimmt die Plantage Liendo in Hempstead vollständig.

1903
Elisabet Ney schenkt der Sängerin Ernestine Schumann-Heink eine Miniaturreplik der Statue Lady Macbeth. Die Arbeiten zu diesem Werk haben bereits ein Jahr zuvor begonnen; zu den wichtigen Studien für diese Statue gehört diese Aktskizze.

1903
Der Bildhauer Lorado Taft besucht Elisabet Ney in ihrem Atelier.

19. Januar 1903
Aufstellung der Sam Houston- und Stephen F. Austin-Statuen im Kapitol zu Austin

Dezember 1903
Elisabet Ney reist erneut nach Europa, um die Ausführung von weiteren Werken in Marmor zu überwachen und Skulpturen aus ihrer europäischen Zeit mit nach Austin zu nehmen.

Januar bis April 1904
Elisabet Ney besucht die Familie Lueder in Werne (Verwandte mütterlicherseits) und fährt dann nach Berlin und Seravezza/Italien. Dort ist sie bei Antonio Bocci in Italien und arbeitet an der Marmorumsetzung ihrer Christus-Büste. Ihr Gehilfe ist mit der Houston-Statue beschäftigt. Außerdem wird die Ausführung der Statue Lady Macbeth in Marmor begonnen.

19. April 1904
Elisabet Ney kehrt zurück in die USA, Aufenthalt in Washington D.C. und danach in St. Louis/Missouri.

30. April bis 1. Dezember 1904
Die Weltausstellung in St. Louis/Missouri findet statt. Elisabet Ney erhält die Bronzemedaille für das Grabmal von General Albert Sidney Johnston.

1905
Elisabet Ney nimmt die Ausführung der Statue Lady Macbeth in ihrem Atelier in Austin wieder auf.

1906
Elisabet Ney beschäftigt den italienischen Marmorarbeiter Cosimo Docchi aus Seravezza zur Unterstützung bei der Ausführung einiger Arbeiten (z.B. der Statue Lady Macbeth) in Marmor.

Mai 1907
Elisabet Ney erleidet einen Herzinfarkt.

29. Juni 1907
Elisabet Ney stirbt und wird auf der Farm Liendo in einem Eichenwäldchen vor ihrem Haus, das sie sehr geliebt hat, beerdigt.

1907, nach Elisabet Neys Tod
Elisabet Ney wird posthum die Auszeichnung „Ehrendiplom einer Tochter Texas“ des Staates Texas verliehen.